Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz

.
Seite empfehlen

Welt-Energie-Bericht: Nahost bleibt als Öllieferant entscheidend (12.11.2013)

Der Zugang zu Energie ist der Schlüssel zum Wohlstand. Die Internationale Energieagentur zeigt, wie sich die Energie-Landkarte verändert: Die Nachfrage wird künftig vor allem aus Asien getrieben - die Scheichs in Nahost bleiben die Hauptlieferanten.

London - Die Weltwirtschaft wird auch in den nächsten Jahrzehnten weiter am Tropf der Ölscheichs aus dem Nahen Osten hängen. Das ist ein Kernergebnis des neuen Weltenergie-Berichts, den die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag (12.11.2013) in London vorstellte. Die USA werden zwar bereits 2015 - und damit früher als zunächst erwartet - die Rolle des global führenden Erdölproduzenten übernehmen und die klassischen Nahost-Lieferanten kurzfristig zurückdrängen, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol. Jedoch werde der Boom von Schiefergas und Ölsanden nicht über die 2020er Jahre hinaus anhalten.

Bild Bohrplattform: pixelio / Dieter Schütz«Der Nahe Osten wird entscheidend sein - heute und morgen», sagte Birol. Indien werde als Land mit dem größten Öldurst China nach 2020 ablösen. Weltweit werde die Nachfrage bis zum Jahr 2035 weiter steigen - um 14 Millionen Barrel (ja 159 Liter) pro Tag auf dann 101 Millionen Barrel. In Europa gehe sie vor allem aufgrund weiterer Effizienzsteigerungen zurück. Auf dem Treibstoffmarkt werde die Nachfrage vor allem von der weiter zunehmenden Zahl von Lastwagen getrieben. «Wir werden sehr viel mehr Diesel brauchen als Benzin», sagte Birol.

Insgesamt steige die Energienachfrage über alle Energieträger bis 2035 weltweit um ein Drittel, heißt es in dem Bericht. Die großen Unterschiede bei den Energiepreisen in der Welt werden nach Auffassung der IEA die Wettbewerbsfähigkeit in den Regionen stark beeinflussen. So näherten sich die Preise in Europa und den USA bis zum Jahr 2035 zwar an. Firmen in Europa müssten aber auch dann noch das Doppelte für Energie zahlen wie in den USA. Das habe Folgen vor allem für Branchen mit hohem Energieaufwand, wie etwa die Stahlindustrie.

Die IEA geht davon aus, dass der Anteil der EU an den Exporten von mit hohem Energieaufwand produzierten Gütern bis zum Jahr 2035 um 10 Prozent sinkt, aus Japan um drei Prozent. Dagegen werde der Anteil Chinas, Indiens, des Nahen Ostens und der USA steigen.

Bei der Vermeidung der Erderwärmung komme die Welt nicht voran. «Wir sind ganz klar aus der Spur», sagte Birol. Wenn nichts geschehe, werde das Ziel einer Erderwärmung von höchstens zwei Grad Celsius deutlich verfehlt. Gegenwärtig stehe man bei 3,6 Grad. Noch immer seien die westlichen Länder beim Pro-Kopf-Ausstoß von Klimagasen führend. China werde hier aber bereits 2015 die Hauptrolle einnehmen. Insgesamt blieben die entwickelten Länder jedoch auch 2035 für den Löwenanteil des Ausstoßes von Treibhausgasen pro Kopf verantwortlich.

Erneuerbare Energien werden nach den Berechnungen der Weltenergieagentur ihren Anteil am Gesamtaufkommen in den nächsten Jahrzehnten erhöhen. Er werde bis 2035 von derzeit 18 Prozent auf 25 Prozent steigen. Vor allem die Wasserkraft sei in Ländern wie China und Indien auf dem Vormarsch. In Brasilien, das 2015 seine Rolle als Importeur von Energie zum Exporteur wechseln werde, habe die Wasserkraft den größten Zuwachs am inländischen Energiemix.

Weitere Informationen zum Weltenergie-Bericht finden Sie hier (englisch).


Quelle: dpa / IEA

© Bild Bohrplattform: pixelio / Dieter Schütz



Weitersagen

GLS Bank


10.12.2013

EU-Projekt entwirft nachhaltige Gestaltung der Milchindustrie

Österreich als EU-Vorreiter bei Smart Grids

Neues Förderprogramm für kommunalen Klimaschutz in Baden-Württemberg

Siemens nimmt an Projekt für Kraftwerksschiff teil

2013 Jahr der Wetterextreme - Ist der Klimawandel schuld?

Obama verordnet US-Regierungsbehörden mehr Grünstrom

EU-Parlament gibt grünes Licht für Reform des CO2-Handels

CO2 - Marktbericht vom 10.12.2013

09.12.2013

Baden-Württemberg stellt neues Programme zu E-Rädern vor

DIW: Braunkohle nicht systemrelevant

CO2 - Marktbericht vom 09.12.2013

Ab Januar 2014 gilt das Marktintegrationsmodell für Solarstrom

Studie zur KfW-Förderung von Erneuerbaren Energien in Deutschland

08.12.2013

Studie: Eisverlust in der Arktis verstärkt sommerliche Wetterextreme

06.12.2013

Stadtwerke-Verbund Trianel bietet Solardächer zur Pacht an

Eurostat veröffentlicht Indikatoren zur Messung der Ressourceneffizienz in der EU

Forum Netzintegration stellt Empfehlungen zum Ausbau der Stromnetze vor

Schweiz will mehr Geld an Globalen Umweltfonds geben

Plattform für Pumpspeicherwerke gegründet

Sächsischer Umweltminister sieht Geothermie als Energiequelle der Zukunft

Befragung in Frankfurt: Bürger wollen mehr Klimaschutz

CO2 - Marktbericht vom 06.12.2013

05.12.2013

Deutschland wird noch lange von fossilen Energieträger abhängen

Geoengineering kann den Klimawandel nicht aufhalten

Umwelthilfe: Viele kirchliche Dienstwägen stoßen zu viel CO2 aus

Neue Anwendungsmöglichkeiten: E-Mobilität im Bergbau

Plattform für Pumpspeicherwerke gegründet

Klima- und Energiepolitik mit wirtschaftlichem Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit kombinieren

Der Orkan und der Klimawandel

CO2 - Marktbericht vom 05.12.2013

04.12.2013

Konflikte um den Netzausbau: So gelingt die Energiewende

EEX-Handelsergebnisse im November

CO2 - Marktbericht vom 04.12.2013

Grüner Klimafonds bezieht ständigen Sitz in Südkorea

Bulgarien darf Stromsektor über kostenlose CO2-Zertifikate modernisieren

Fachagentur Windenergie an Land nimmt Arbeit auf

Biomethan-BHKWs senken Wärmekosten um bis zu 20 Prozent

Verdi: Zehntausende Arbeitsplätze in Energiewirtschaft bedroht